Bremer Passagierlisten

Ein Projekt der MAUS Gesellschaft für Familienforschung e.V. Bremen mit der Handelskammer Bremen und dem Staatsarchiv Bremen

Es wurden im Wesentlichen Passagierlisten von 1920 bis 1939 ausgewertet. Aus der Zeit davor sind nur wenige Listen überliefert worden. Erläuterungen dazu im Text unten. Mehr als 700 000 Namen wurden erfasst. Enthalten sind:

  • Passagierlisten der Jahre 1920-1939
  • Bremer Schiffslisten (früher Bundesarchiv Koblenz) von 1907/1908 sowie 1913/1914
  • Friedrich Spengemann: "Die Reisen der Segelfregatten ISABELLA, PAULINE, META und UHLAND" (1832-1849)
  • Bodo Heyne: "Passagiere der FERDINAND und der WALLACE" (1834)
  • Karl W. Klüber: "Wiedergefundene Bremer und Hamburger Auswandererlisten der Schiffe: DEUTSCHLAND (27.Oktober 1849), ITZSTEIN & WELCKER (27.Oktober 1850),  FANNY KIRCHNER nach Sydney, Australien (1858)"
  • Heiraten auf dem Weg nach Amerika (1796)

Die "Verordnung wegen der Auswanderer mit hiesigen oder fremden Schiffen" vom 1. Oktober 1832 war das erste staatliche Gesetz in Deutschland zum Schutz der Auswanderer. Es sah unter anderem das Führen von Passagierlisten vor.

Das 1851 durch die Handelskammer Bremen gegründete "Nachweisungsbureau für Auswanderer" trug wesentlich zur Verbesserung der Aufenthalts- und Beförderungsbedingungen bei. Hier hatten die Kapitäne ihre Passagierlisten einzureichen.

Im Jahre 1875 erklärte die Bremer Behörde für das Auswanderungswesen ihr Einverständnis mit der Vernichtung der Passagierlisten bis auf die der letzten drei Jahre. Dies geschah wegen Raummangels im Archiv und wurde bis 1907 so durchgeführt.

Namenslisten von Auswanderern, die die Polizeidirektion seit 1898 angelegt hatte und die Listen des Nachweisungsbüros ab Oktober 1905 fielen einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg zum Opfer.

Im Archiv der Handelskammer Bremen befinden sich heute 3017 von ursprünglich mehr als 4500 Passagierlisten aus den Jahren 1920 bis 1939. Im Jahre 1942 waren diese Listen zusammen mit anderen Archivalien zu ihrem Schutz in ein Salzbergwerk in Bernburg an der Saale ausgelagert worden. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs gelangten sie in sowjetischen Besitz und wurden in Moskauer Archive gebracht.

Erst in den Jahren 1987 und 1990 gelangte diese Teilmenge zusammen mit den übrigen Archivalien wieder in das Archiv der Handelskammer.

Eine Vereinbarung zwischen der Handelskammer und der Gesellschaft für Familienforschung Bremen e.V., Die MAUS, vom Juli 1999 ermöglichte es, diese Listen zu erfassen und in diesem Datenbanksystem zur Verfügung zu stellen.

Listen von 1907/08 und 1913/14 wurden 1941 dem Deutschen Auslands-Institut in Stuttgart zu statistischen Auswertungen zur Verfügung gestellt. Der erhalten gebliebene Teil dieser Listen sowie eine Zettelkartei der Auswertungen lagerten im Bundesarchiv Koblenz und wurden 2007 an das Staatsarchiv Bremen zurückgegeben. Auch dieser Datenbestand wurde erfasst.